Chefboss (2) Copyright Chefboss

Chefboss

„Blitze aus Gold“-Tour

Sie haben die Power, sich auf dem Schrottplatz die Autos nach Farben stapeln zu lassen – und das stellt nur eine Superkraft dieses mächtigen Acts aus Hamburg dar. Chefboss, das sind Alice Martin, Maike Mohr und ihre Gang, Chefboss, das ist Abrissparty-Pop und Tanzen, das ist Dancehall auf deutsch, das ist Boom, Boom, Boom – und vor allem eins: Ein hochgerüstetes Hitdezernat. Nun erscheint ihre SINGLE „Zombie-Apokalypse“.

Chefboss
Wenn Chefboss nicht durch feuerpolizeiliche Bestimmungen oder sonstige Beschränkungen im Club zurückgehalten werden, geht es bei ihnen um’s Maximale: Konfettikanone, Co2-Kanone und am liebsten so viele Tänzer, wie gerade noch auf die Bühne passen. Letzteres stellt dabei die größte Differenz dar zu herkömmlich Musikschaffenden. Die Grundidee von Chefboss: Der Energieträger Tanz soll auf keinen Fall wie sonst bloß an den Hörer oder halb motivierte Backgroundhüpfer outgesourced werden. Dass bei ihren Gigs auch das Publikum tanzt, ist zwar beabsichtigt, aber es geht darum, diese Kunstform gleichberechtigt ins eigene Boot zu holen. rDazu läuft Musik, die viele Assoziationsräume öffnet: Baile Funk, Dancehall, Voque … die Band selbst kann sich einigen auf M.I.A., auf Major Lazer, auf Buraka Som Sistema, natürlich auf die Liveshows von Deichkind.

Der Dancefloor
Für den Tanz-Part der Band steht Maike, das ist ihr Element – und wie. Während sie privat zurückhaltend wirkt, explodiert sie, wenn die Show losgeht. Davon handelt auch ein Chefboss-Stück: „Wenn sie tanzt“. Es geht um dieses „Peng“, das jeder sofort versteht, wenn er sie auf der Bühne sieht, es geht um dieses Angeknipstsein, wenn man das gefunden hat, wofür man brennt. So ist das Stück auch als Aufforderung zu verstehen. Aufforderung dazu, auf die Suche nach den eigenen Leidenschaften zu gehen. Denn nichts lohnt sich mehr.

Das Mikro
Alice singt die Stücke. Die überzeugte Hamburgerin mit Wurzeln in der Karibik und einer polnischen Mutter ist auch der Grund dafür, dass eine Flagge mit zwei Sternen zur Grundausstattung von Chefboss gehört. Die repräsentiert nämlich Saint Kitts, einen Inselstaat auf den kleinen Antillen – Alice‘ Geburtsort. Dazu gibt es ebenfalls ein persönliches Stück von Chefboss: „Zwei Sterne“. Migrationshintergrund, multiple Heimat stellen für viele auch einen Fight im Alltag dar, doch Alice transportiert das ebenso existente, zutiefst Positive daran. Wenn Dir das Schicksal mehrere Herkünfte gibt, mach Deinen Cocktail draus.

Die Festivals / Die Videos
Auch ohne ein Album am Markt haben die Chefboss-Stücke bereits eine immense Verbreitung gefunden, so kann man im Sommer bereits locker auf ausgedehnte Festivalreise gehen (vom Deichbrand zum Hurricane bis zu Rock am Ring und Rock im Park). Der hierfür ausschlaggebende YouTube-Fame hat dabei viel damit zu tun, mit welcher Detailverliebtheit die Band an die optische Entsprechung ihrer Songs rangeht. Großes Engagement, massig Ideen und dieser eine Satz: „Wo andere sagen würden, ’nee, das geht nicht‘, da geht’s für uns oft erst los!“

Die Zombie-Apokalypse
Keine Angst. Hierbei handelt es sich nur um das zentrale Stück der jetzt erschienenen Chefboss-EP. Irgendwann in diesem Jahr wird dann auch noch das Debüt-Album folgen. Solange aber stellt die Apokalypse schon mal klar: So einen Sound hat man mit deutschsprachigem Gesang noch nicht erlebt – und diese extrem physische Live-Übersetzung gibt einem richtig den Rest.
Nur her damit.